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Atempädagogik

Kurs Preis
EUR 320,-
Kursstart
19.03.22 - 20.03.22
Kursdauer
2-tägig
ReferentIn
Mullur Wibke


Kursinhalt


Kennenlernen von atempädagogischen Interventionen im Gruppensetting, in der Einzelarbeit und Grifftechniken auf der Behandlungsliege auf Grundlage der Middendorf Methode

Mehr als 2000 Jahre reicht das Wissen über die Wirkungskraft unseres Atems zurück. Uralte östliche Traditionen, wie u.a. Yoga oder Qi Gong, haben sich seit jeher mit dem Menschen in seiner Ganzheit beschäftigt. Moderne Formen der Atemtherapie und Atempädagogik in den westlichen Ländern gehen u. a. auf den Psychologen Cornelius Veening und Dr. Johannes Schmitt, bekannt als Atemschmitt“, zurück. Aus diesen Atemschulen heraus haben SchülerInnen dieser großen Atemlehrer die Arbeit weiterentwickelt. Zu den Bedeutendsten unserer Zeit zählt Prof. Ilse Middendorf, die Grand Dame der Atemtherapie, die 2009 99-jährig verstorben ist.

Die Atemfunktion ist bekanntlich die einzige vegetative Funktion im menschlichen Organismus, die wir aktiv beeinflussen können. Die körperliche, seelische und geistige Verfassung des Menschen spiegelt sich unwillkürlich in seinem Atembild. Im klinischen Kontext wird Atempädagogik daher als ein neurophysiologisches Regulationsverfahren bezeichnet, das sich positiv auf die Atemfunktion und regulativ auf das gesamte Neurovegetativum auswirkt.

Nicht nur bei Menschen mit Atemwegserkrankungen, sondern auch bei chronischen Schmerzpatienten bringen atempädagogische Behandlungen Linderung. Die Interventionen helfen bei Funktionsstörungen des Nervensystems ebenso, wie bei speziellen Belastungssyndromen und Dysfunktionen des Bewegungsapparates. Auch Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen lernen über die Arbeit mit dem Atem, besser mit ihrer Krankheit und den Symptomen umzugehen.

Durch gezielte Interventionen – immer unter Berücksichtigung des Körper- und Atembildes des Klienten/Patienten - werden Flexibilität der Gelenke, Elastizität von Muskeln und Faszien gefördert, Nerven mobilisiert und der vagale Tonus stimuliert. In der Folge entwickelt sich ein individueller und situativ reagibler Atemrhythmus. Vielfältige regulative Prozesse werden initiiert und körperliche Beschwerden verbessert. Es entstehen Durchlässigkeit und Wohlspannung (Eutonus). Lebensqualitäten wie z. B. Vertrauen, Ruhe, Standfestigkeit, Spontaneität, Freude können (wieder) erfahren werden.

INHALTE:

Mit achtsamen Wahrnehmungs- und Bewegungsübungen wird die Empfindungsfähigkeit für den Körper und den Atem der KursteilnehmerInnen geschult.

Die Teilnehmenden lernen atempädagogische Interventionen für die Gruppe (im Sitzen, Stehen, Liegen und in Bewegung) kennen.

In der Behandlungsarbeit auf der Liege werden unter Berücksichtigung des Körper- und Atembildes des Klienten/Patienten Behandlungsgriffe demonstriert. Im Anschluss wird untereinander geübt und die Wirkungen am eigenen Leib wahrgenommen. Es kommt zu einem sogenannte „Atemgespräch“ zwischen den Händen des Behandlers/der Behandlerin und dem Atem des/der Behandelten. Ein verbaler Austausch schließt die Einzelarbeit auf der Behandlungsliege ab.



Wibke_Mullur_01.jpg

Akadem. Adempädagogin
Yogalehrerin
Krisenpädagogin




Kursart
2-Tages-Seminar
Kursdauer

zweitägig

Tag 1: 09:00 - 18:00 Uhr
Tag 2: 09:00 - 17:00 Uhr

Hinweis

Bitte bequeme Kleidung, warme Socken und eine Decke mitbringen. 

ZIELGRUPPE: Ärzte, Physiotherapeuten, deutsche Masseure, MTF, Heilpraktiker, med. Masseure, Heilmasseure, Altenfachbetreuer, Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Psychotherapeuten, Palliativpflegepersonen, Auszubildende dieser Berufsgruppen und Interessierte